{"id":9552,"date":"2020-10-02T15:24:56","date_gmt":"2020-10-02T15:24:56","guid":{"rendered":"https:\/\/nlnnpc-mashinaki.savviihq.com\/overliggeld-bij-ladingschade\/"},"modified":"2025-06-29T17:31:22","modified_gmt":"2025-06-29T17:31:22","slug":"ueberliegegeld-bei-ladungsschaden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nnpc-marine.com\/de\/ueberliegegeld-bei-ladungsschaden\/","title":{"rendered":"\u00dcberliegegeld bei Ladungsschaden"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph\"><strong>Bei Ladungsschaden spielt \u00dcberliegezeit sowohl in der Binnen- als auch in der Seeschifffahrt h\u00e4ufig eine Rolle. Der Empf\u00e4nger geht davon aus, dass die Ladung unversehrt erh\u00e4lt und hat f\u00fcr die Lagerung das N\u00f6tige geregelt. Wenn sich aber bei der Ankunft herausstellt, dass die Ladung (teilweise) besch\u00e4digt ist, kann es sein, dass der Empf\u00e4nger das L\u00f6schen unterbricht, um einen Experten zu bestellen oder weil er einfach keine Lagerkapazit\u00e4ten f\u00fcr die gesonderte Unterbringung der besch\u00e4digten Ladung hat.<\/strong><\/p>\n<p class=\"paragraph\">Diese Situation kann zu Verz\u00f6gerungen mit zus\u00e4tzlicher \u00dcberliegezeit f\u00fchren. Daraufhin entsteht die Frage, ob der Eigent\u00fcmer dem Befrachter dieser Verz\u00f6gerung in Rechnung stellen kann, obwohl glaubhaft ist, dass die Ladung an Bord besch\u00e4digt wurde. Ein Transportunternehmer hat n\u00e4mlich Anspruch auf das vereinbarte \u00dcberliegegeld, wenn es der Empf\u00e4nger nicht schafft, die Ladung innerhalb der vereinbarten Zeit zu l\u00f6schen. Ob ein Ladungsschaden gegeben ist und wie dieser verursacht wurde, d\u00fcrfte darauf keinen negativen Einfluss haben. Der Empf\u00e4nger hat die Pflicht, die Ladung &#8211; in welchem Zustand auch immer &#8211; in Empfang zu nehmen. Au\u00dferdem beruft man sich h\u00e4ufig auf das Prinzip \u201conce on demurrage always on demurrage\u201d, was bedeutet, dass die Zeit weiterl\u00e4uft, wenn sich das Schiff erst einmal in \u00dcberliegezeit befindet.<\/p>\n<p class=\"paragraph\">Vor kurzem hatten wir einen Fall, bei dem ein Schiff Weizen als Massengut von Frankreich in die Niederlande transportiert hatte und sich beim L\u00f6schen herausstellte, dass die Ladung feucht geworden war. Laut dem Empf\u00e4nger war es nicht m\u00f6glich, in einem angemessenen Zeitraum eine passende L\u00f6sung f\u00fcr die 50 Tonnen feucht gewordener Ladung zu finden und blieb diese im Frachtraum. Letztendlich musste das Schiff tagelang warten, bis es vollst\u00e4ndig gel\u00f6scht war, was einen erheblichen Betrag an \u00dcberliegegeld zur Folge hatte. Der Befrachter behauptete, dass das Schiff keinen Anspruch auf \u00dcberliegegeld hat, weil die Verz\u00f6gerung durch die feuchte Ladung verursacht worden war, die das Schiff geliefert hatte. Im Namen des Schiffseigners stellten wir uns auf den Standpunkt, dass der Empf\u00e4nger die Pflicht hatte, die Ladung in Empfang zu nehmen und rechtzeitig eine L\u00f6sung zu finden, damit Zeitverzug m\u00f6glichst vermieden werden konnte, und dass die Entgegennahme der Ladung aufgrund des Konnossements mit der Pflicht zur Bezahlung des (\u00dcber-)Liegegeldes aufgrund des Befrachtungsvertrages nichts zu tun hatte. Es war unserer Meinung nach nicht recht und billig, dass das Schiff tagelang warten musste, bis die 50 Tonnen feuchte Ladung gel\u00f6scht werden konnten. Zudem war es auch noch so, dass der letztendliche Ladungsschaden geringer war als das \u00dcberliegegeld. Zum Gl\u00fcck konnten sich der Eigner und der Befrachter doch noch auf eine gesch\u00e4ftliche L\u00f6sung f\u00fcr die besch\u00e4digte Ladung einigen.<\/p>\n<p class=\"paragraph\">Zusammenfassend kann gesagt werden, dass es sich bei einer Forderung im Zusammenhang mit Ladungsschaden im Rahmen eines Konnossements um einen anderen Streitgegenstand als bei \u00dcberliegegeld im Rahmen eines Befrachtungsvertrages handelt, und zwar auch dann, wenn das \u00dcberliegegeld eine Folge des Schadens ist. Es ist nicht recht und billig, dass ein Transportunternehmer seinen Anspruch auf \u00dcberliegegeld im Falle von Ladungsschaden vollst\u00e4ndig verliert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei Ladungsschaden spielt \u00dcberliegezeit sowohl in der Binnen- als auch in der Seeschifffahrt h\u00e4ufig eine Rolle. Der Empf\u00e4nger geht davon aus, dass die Ladung unversehrt erh\u00e4lt und hat f\u00fcr die Lagerung das N\u00f6tige geregelt. 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