NNPC Marine Insurance verfolgt kontinuierlich die Entwicklungen, die sich auf den Schiffsverkehr in der Ukraine und der gesamten Schwarzmeerregion auswirken. Obwohl die Sicherheitslage nach wie vor instabil ist, sind die ukrainischen Häfen weiterhin in Betrieb, wenn auch mit einer geringeren Anzahl ausländischer Schiffe, die aufgrund von Sicherheitsrisiken ukrainische Häfen anlaufen.

In den vergangenen Jahren wurden mehrere Angriffe auf Hafeninfrastruktur und Schiffe in der Region Odessa und im umliegenden Schwarzen Meer gemeldet. Diese Vorfälle, vor allem Drohnen- und Raketenangriffe, haben zu Schäden an Schiffen, Hafenanlagen und Ladung sowie zu Verletzungen bei Besatzungsmitgliedern und Hafenpersonal geführt. Darüber hinaus waren Schiffe von Betriebsstörungen betroffen, die auf defekte Ausrüstung in den Häfen und die Gefahr durch Minen zurückzuführen waren.
Wir fassen die wichtigsten Entwicklungen wie folgt zusammen:
- Zugang zu Häfen:
Trotz der Risiken bleiben wichtige ukrainische Häfen, darunter Odessa, Tschornomorsk und Pivdennyi, unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen in Betrieb. Viele Hafenabläufe stehen unter militärischer Kontrolle und erfordern eine vorherige Abstimmung mit den Behörden sowie in der Praxis die Annahme spezifischer Risikoerklärungen vor dem Einlaufen. Lade- und Löschvorgänge können aufgrund von Luftalarm kurzfristig eingestellt werden, und Einschränkungen wie Ausgangssperren, kontrollierte Lotsendienste und die eingeschränkte Nutzung von Ankerplätzen bleiben weiterhin in Kraft. Andere Häfen sind aufgrund von Besetzung oder der Nähe zu aktiven Kampfhandlungen geschlossen. Wir weisen darauf hin, dass die gesamte Region nach wie vor als Sperrgebiet gilt. - Sanktionen:
Sanktionen spielen im operativen Umfeld weiterhin eine wichtige Rolle. Die Compliance-Anforderungen sind streng, insbesondere hinsichtlich der Herkunft der Ladung, der Vertragsparteien und der Finanztransaktionen. Schiffe, die zuvor Häfen in besetzten Gebieten angelaufen haben, können festgehalten werden oder anderweitig mit Durchsetzungsmaßnahmen konfrontiert werden. Finanzielle Beschränkungen können zudem Auswirkungen auf die Bearbeitung von Schadenersatzforderungen und Zahlungen haben, insbesondere wenn die betroffenen Parteien mit sanktionierten oder besetzten Gebieten in Verbindung stehen. - Staatliche Garantien:
Die ukrainische Regierung hat einen Beschluss erlassen, wonach sie unter bestimmten Umständen Schiffseigner für den Verlust oder die Beschädigung eines Schiffes sowie für Schäden im Zusammenhang mit Verschmutzung, Besatzung oder Ladung infolge militärischer Aktionen entschädigen kann. - Risiken für die Besatzung:
Die Risiken für die Besatzung sind erheblich, auch wenn das Schiff nicht direkt in Richtung Ukraine fährt. Ukrainische Seeleute haben Schwierigkeiten bei der Ein- und Ausreise in die bzw. aus der Ukraine, und die Rückführung sowie die medizinische Versorgung von Seeleuten sind komplex, unter anderem aufgrund der Luftraumsperre über der Ukraine und der Sicherheitsrisiken am Boden. Dadurch kann es erforderlich sein, dass Reisen über Nachbarländer erfolgen und in einigen Fällen medizinische Versorgung an anderen Orten organisiert werden muss.
Schließlich bleiben Operationen in der Region erhöhten Risiken, komplexen Vorschriften und möglichen Störungen ausgesetzt. Mitgliedern, die Aktivitäten im Schwarzen Meer in Erwägung ziehen, wird empfohlen, äußerste Vorsicht walten zu lassen und die genannten Gebiete nach Möglichkeit zu meiden.
NNPC Marine Insurance wird die Situation weiterhin beobachten und bei Bedarf weitere Informationen bereitstellen. Bei Fragen können Sie uns jederzeit kontaktieren: claims@nnpc-marine.com.
