Jüngste Fälle zeigen deutlich, dass Algerien ein erhöhtes Risiko für Mängelansprüche darstellt. Diese Schadenersatzforderungen resultieren häufig nicht aus Ladungsverlusten während der Reise, sondern entstehen durch den Lösch- und Messprozess, wie z. B. Verluste durch Verschütten, inkonsistente Zählungen, Ungenauigkeiten bei Wiegesystemen und Abweichungen von den Zahlen des Verladehafens.

Obwohl viele Rechtsordnungen eine gängige Verlustmarge gelten lassen, wird dieser Grundsatz in Algerien nicht konsequent angewendet, insbesondere nicht von privaten Importeuren und deren Versicherern.
Infolgedessen werden regelmäßig Schadenersatzforderungen geltend gemacht, selbst bei relativ geringen Abweichungen. Sobald ein Mängelanspruch geltend gemacht wird, wird oft schon in einem frühen Stadium eine Sicherheit verlangt, mitunter noch vor Abschluss des Löschvorgangs. Die Nichtvorlage einer Sicherheit (in der Regel in Form einer Bankbürgschaft) kann zur Beschlagnahme des Schiffes führen.
Werden Streitigkeiten anschließend vor Gericht verhandelt, werden sie in der Praxis oft gütlich beigelegt, um langwierige Verfahren zu vermeiden, die sich über mehrere Jahre hinziehen können. Dies bedeutet, dass mit diesem Handel ein strukturelles Risiko verbunden ist und dass ein proaktiver Ansatz unerlässlich ist, um die Anfälligkeit zu begrenzen. Die kontinuierliche Überwachung der Löscharbeiten – wie gemeinsame Tiefgangsmessungen, die Anwesenheit von Gutachtern und genaue Zählungen – kann dazu beitragen, die Risiken zu begrenzen. Die Abstimmung mit Befrachtern und P&I-Clubs hinsichtlich der Sicherheitsleistung und der Bearbeitung des Falls ist entscheidend, um einer Eskalation vorzubeugen.
NNPC Marine Insurance unterstützt seine Mitglieder bei diesem Risikomanagement und bei der Begrenzung von Schadenersatzforderungen, unter anderem durch Prävention, Vorbereitung und Schadensabwicklung. Für weitere Informationen können Sie uns jederzeit gern kontaktieren: claims@nnpc-marine.com.
