„Versicherer lassen dich niemals im Stich.“ In diesem Doppelinterview sprechen wir mit den beiden Mitinhaberinnen von Ship Insurance International, einem Maklerbüro für Schifffahrtsversicherungen, bei dem die persönliche Betreuung im Vordergrund steht. Von ihrem Sitz im Norden der Niederlande aus helfen Marijke van der Rest und Monique Reinek ihren Kunden dabei, die richtige Schiffsversicherung zu finden.

Obwohl die beiden bereits seit geraumer Zeit in ihrem Unternehmen zusammenarbeiten, kommen sie aus ganz unterschiedlichen Bereichen. Marijke van der Rest studierte Kommunikations- und Informationswissenschaften in Groningen und begann nach ihrem Abschluss, im Maklerbüro ihres Vaters zu arbeiten. Dort lernte sie Monique Reinek kennen, die schon viel früher mehr durch Zufall im Versicherungswesen gelandet war und dort inzwischen seit Jahrzehnten mit viel Freude tätig ist. Die Zusammenarbeit funktionierte so gut, dass sie gemeinsam ihr eigenes Büro gründeten.
Ihr Vater war ebenfalls Makler. Wurde Ihnen der Beruf quasi in die Wiege gelegt?
Marijke: „Nein, eigentlich nicht. Ich war im Studium und suchte einen Job in meinem gewähltem Fachgebiet. Da sagte mein Vater: ‚Komm doch einfach zu mir und arbeite hier.‘ Ich sagte Ja und bin geblieben. Es ist schön zu sehen, dass immer mehr Frauen in der Branche präsent sind. Das wirkt sich positiv auf das Berufsbild aus. Die Versicherungsbranche war schon immer eine konservative Domäne, aber man spürt, dass sich das ändert. Ich habe kürzlich ein Foto von meinem Vater und seinem Team aus den frühen 80er Jahren gesehen. Alles Männer in braunen Anzügen!“
Monique: „Mir wurde erst bewusst, wie reizvoll die Schifffahrtsbranche ist, als ich bei Marine Insurance anfing, bei Marijkes Vater. Das war im Jahr 2008. Dort habe ich erlebt, mit wie viel Leidenschaft in dieser Branche gearbeitet wird. Ich habe damals in der Schreibstube angefangen, genau in der Zeit der braunen Anzüge, und war anschließend als Risikoprüferin bei einer Industrie-Feuerversicherung tätig.“
Wie kam es von dort aus zum Schritt in die Selbstständigkeit?
Marijke: „Im Jahr 2012 verkaufte mein Vater sein Unternehmen an einen großen Makler. Das lief eine Zeit lang gut, doch mit der Zeit stellten wir fest, dass sich die Denkweise eines großen Unternehmens von der eines spezialisierten Maklers unterscheidet. Mein Wissen und meine Erfahrung wurden als weniger relevant abgetan und unsere Kunden waren unzufrieden; ihnen fehlten die gewohnte Schnelligkeit und das persönliche Engagement. Andere Belange wurden vorrangig behandelt, alles musste über das zentrale System laufen. Das ging schief. „Computer says no.“ So häuften sich Kleinigkeiten an. Unsere Branche erfordert maßgeschneiderte Lösungen, und genau das war nicht mehr möglich.
Irgendwann dachten Monique und ich: ‚Was nun?‘ Da haben wir uns selbstständig gemacht. Das war aufregend. Würden wir es schaffen, wieder gut gefüllte Auftragsbücher zu bekommen? Glücklicherweise fanden viele Kunden den Weg zu uns, sobald wir losgelegt hatten.“
Wodurch unterscheidet sich Ship Insurance International von seinen Mitbewerbern?
Monique: „Wir haben erkannt, wie wichtig es ist, Entscheidungen selbst zu treffen. Deshalb halten wir Banken und Anteilseigner außen vor, denn wer bezahlt, hat auch das Sagen. Obwohl wir durchaus wachsen möchten, ist es nicht unser Ziel, ein riesiges Unternehmen zu werden. Gerade unsere überschaubare Größe ist unser Trumpf. So können wir kontinuierlich ein hohes Serviceniveau gewährleisten. Persönliches Engagement ist für unsere Kunden sehr wichtig.“
Marijke: „Umso mehr, als es nicht mehr so viele kleinere Makler gibt! Alle werden aufgekauft, es vollzieht sich eine starke Konsolidierung. Bei uns gibt es keine Managementebenen, durch die man sich mühsam durchkämpfen muss: Monique und ich schauen uns einfach an und treffen eine Entscheidung.“
Sind Sie selbst manchmal auf dem Wasser anzutreffen?
Marijke: „Ich betreibe Schaluppenrudern! Ich rudere im Team in einem Rettungsboot bei einem Verein. Wir nehmen an Wettkämpfen in den gesamten Niederlanden teil, zum Beispiel am Harlingen-Terschelling-Race. Unser Team wurde einmal Zweiter und Dritter der Niederlande. Die Gemeinschaft drumherum ist toll, Wagenborg und Boomsma sponsern beispielsweise auch ein Boot, man sieht Logos von Werften auf den Booten, es ist sehr maritim. Unser Ziel ist es, noch einmal am Great River Race in London teilzunehmen.“
Die Schifffahrtsbranche steht durch geopolitische Entwicklungen unter großem Druck. Wie gehen Sie damit um? Spielt das für Ihre Kunden überhaupt eine Rolle?
Marijke: „Wir bewegen uns von einer Krise zur nächsten – von Covid über die Ukraine bis zum Iran, und davor herrschte auch schon eine Wirtschaftskrise. Bei all dem ist es schön zu sehen, dass die Schifffahrt sich immer anpasst. Auch jetzt wieder. Obwohl wir keine Schiffe haben, die durch die Straße von Hormus fahren, leiden wir als Branche natürlich sehr wohl unter den höheren Kraftstoffpreisen. Was wir selbst tun, ist, alles genau im Auge zu behalten, damit wir darauf reagieren können. Die vorherrschende Meinung unter unseren Kunden ist, dass es zwar eine Herausforderung ist, wir diese aber wieder lösen können. Egal wie kompliziert es auch sein mag.
Versicherer lassen dich niemals im Stich. Wir bieten Kriegsversicherungen an, die in Hochrisikogebieten wie dem Persischen Golf, Westafrika und Venezuela wichtig sind. Damit bleibt man in unruhigen Gebieten handlungsfähig. Und diese Versicherungen behalten ihre Gültigkeit. Als es in diesen Regionen brenzlig wurde, erhielten wir zahlreiche Anrufe von Zeitungen und Nachrichtensendungen wie NRC und Nieuwsuur mit der Frage, ob sich die Versicherer zurückziehen würden. Das ist nicht der Fall. Versicherer passen höchstens die Beiträge an. Selbst bei gewaltigen Katastrophen bleibt die Branche stabil. Als 1988 die Ölförderplattform Piper Alpha in der Nordsee in Brand geriet, verursachte dies auf dem Londoner Markt derart große Schäden, dass einige Versicherer daran zugrunde gingen. Dennoch gelang es der Branche, den Schaden aufzufangen. Das zeigt, wie widerstandsfähig die Versicherungsbranche ist. Das muss sie auch sein, denn neunzig Prozent des Welthandels werden auf dem Seeweg abgewickelt.
Was sind Ihrer Meinung nach die Trends in der Schifffahrt?
Monique: „Wir beobachten in unseren Werften einen starken Trend hin zu Innovation und Nachhaltigkeit. Schiffe mit verschiedenen Kraftstoffen wie LNG und Methanol oder mit Hybridantrieben. Man liest immer häufiger von Schiffen, die mit VentoFoil-Segeln (von Econowind) ausgerüstet sind, um den Wind als unterstützende Antriebskraft zu nutzen. Kürzlich waren wir bei einem JH-143-Seminar von Halyard Risk in London, wo Vera Terlouw von Allseas einen Vortrag zum Thema „Propelling Offshore Innovation through Nuclear Energy“ hielt. Allseas arbeitet gemeinsam mit der TU Delft an der Entwicklung von Kernenergie als Antriebskraft für Offshore-Schiffe. Dabei handelt es sich um einen SMR, also einen kleinen modularen Reaktor. Das könnte durchaus die Zukunft sein.“
Was verlangt dieser Wandel von Reedereien (und Versicherern)?
Monique: „Die Entwicklung all dieser neuen Antriebstechnologien und der Bau neuer Schiffe haben ihren Preis. Unsere Werften und Reeder müssen ihre neuen nachhaltigen Schiffe versichern lassen, daher führen wir diesbezüglich Gespräche. Wie sieht das aus Sicht der Versicherer aus, wie geht man damit um? Es gibt zum Beispiel manchmal Bedenken hinsichtlich der brandsicheren Eigenschaften von Batterien. Unsere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass das Ganze versicherbar ist. Versicherer sammeln viele Daten zu solchen Themen, damit sie eine fundierte Risikoeinschätzung dieser neuen Antriebsmethoden vornehmen können. „Wir besprechen dies erneut mit unseren Kunden und können ihnen mit einer guten Versicherung Sicherheit bieten.“
„Generell gilt, dass eine gesunde, stabile Reederei in nachhaltige Schiffe investieren kann. Dies erfordert jedoch die Zusammenarbeit der gesamten Branche; auch die Banken müssen sich daran beteiligen.“
Wie ist Ihre Beziehung zu NNPC Marine Insurance?
Marijke: „Wir arbeiten sehr gut zusammen. Sie handeln schnell, sowohl bei Schadensfällen als auch bei der Risikoprüfung und sind wirklich kundenorientiert. Wir tauschen auch Wissen aus. Zum Beispiel beraten wir uns kurz über einen Kaskoschaden, der eine rechtliche Frage aufwirft. Schließlich weiß man gemeinsam mehr als jeder für sich allein.“
Monique: „NNPC bietet ein hohes Serviceniveau und ist bereit, mitzudenken. Wir sind hier im Norden ganz in der Nähe, daher ist es einfach, sich über verschiedene Themen auszutauschen.“
Möchten Sie abschließend noch etwas sagen?
Monique: „Die Arbeit in der Versicherungsbranche ist wunderbar, insbesondere in unserer dynamischen Schifffahrtsbranche. Ich hoffe, dass sich viele junge Menschen für diesen Beruf entscheiden, damit der demografische Wandel aufgefangen werden kann. Derzeit bieten sich hervorragende Chancen für eine berufliche Laufbahn. Die Versicherungsbranche wird zu Unrecht als langweilig angesehen, dabei ist sie geradezu faszinierend: Man arbeitet an der Schnittstelle von Technologie, Geopolitik und Menschen.“

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Wenn Sie mehr über Ship Insurance International erfahren möchten, besuchen Sie die Website des Unternehmens. Für alle Schifffahrtsversicherungen sind Sie bei NNPC Marine Insurance an der richtigen Adresse. Hier finden Sie unsere Produkte und Dienstleistungen.
