Die Spannungen im Nahen Osten dauern an und haben unmittelbare Auswirkungen auf die Schifffahrt in der Region. In den vergangenen Monaten kam es zu gegenseitigen Angriffen auf Ziele im Iran, in Bahrain, Israel, Kuwait, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Wir fassen für Sie die wichtigsten Entwicklungen für die Schifffahrt wie folgt zusammen:
- Der Iran hat ein generelles Schifffahrtsverbot für die Straße von Hormus angekündigt und lässt aktuell nur in begrenztem Umfang Schiffsverkehr zu, häufig für befreundete Länder oder gegen Bezahlung, woraufhin Schiffe unter Begleitung der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC) durchgelassen werden.
- Mehrere Tanker und Frachtschiffe wurden zurückgeschickt. Schiffe, die unter Missachtung des Verbots weitergefahren sind, wurden regelmäßig angegriffen. In den vergangenen Wochen wurden mehr als zwanzig Angriffe auf Handelsschiffe gemeldet, darunter schwere Angriffe auf die „Mayuree Naree“ in der Nähe der Insel Qeshm. Das Schiff war vor kurzem manövrierunfähig geworden und lief am 26./27. März nach einem schweren Brand im Maschinenraum auf Grund. Drei Besatzungsmitglieder werden nach wie vor vermisst.
- Mehrere Reedereien melden anhaltende GPS-Manipulationen und Störsignale in der Straße von Hormus und im Persischen Golf, was erhebliche Navigationsrisiken mit sich bringt.
- Die Situation hat zu einem starken Anstieg der Kriegsrisikobeiträge geführt, die in einigen Fällen auf 0,5–5 % des Schiffswertes gestiegen sind (mit Spitzenwerten von bis zu 10 %). Darüber hinaus haben viele Fixed-Premium-Versicherer und P&I-Clubs den Versicherungsschutz für das Gebiet zurückgezogen oder stark eingeschränkt, wodurch Schiffseigner, die nicht auf Gegenseitigkeit versichert sind, mit zusätzlichen Versicherungskosten oder alternativem Versicherungsschutz zu hohen Beiträgen konfrontiert sind.
- Die Zahl der Durchfahrten ist um 90–95 % zurückgegangen; zahlreiche Schiffe liegen außerhalb der Zone vor Anker.
- Die anhaltende Situation führt weltweit zu einem starken Anstieg der Bunkerpreise und einer zunehmenden Gefahr von Versorgungsengpässen – eine Situation, die aufgrund der Entwicklungen rund um Russland bereits seit längerem unsicher war.
In der vergangenen Woche gab es offenbar einen Rückgang der Zahl der schifffahrtsbezogenen Zwischenfälle und es wurden keine neuen größeren Angriffe gemeldet. Die Lage bleibt jedoch weiterhin angespannt, und wir raten nach wie vor dazu, die Region nach Möglichkeit zu meiden.
NNPC Marine Insurance verfolgt die Entwicklungen kontinuierlich über UKMTO, US Centcom, diplomatische Quellen und unsere Korrespondenten. Wenn Sie Rat benötigen oder Fragen haben, können Sie uns gern über claims@nnpc-marine.com kontaktieren.
